Arbeitsablauf im Dampf-BW


Für die Reihenfolge der Arbeiten zum Wiederherstellen der Betriebsbereitschaft an den von der Strecke kommenden Lokomotiven sind folgende Forderungen ausschlaggebend:

 

  • Wirtschaftlichkeit
  • Schonung der Lokomotiven
  • effizienter Einsatz des Personals

 

Die Lokomotiven sollen in einem reibungslosen Ablauf, ohne Rück- und Gegenläufe, in kürzestmöglicher Zeit durch die Behandlungsanlagen geschleust werden. Hierbei ist zu berücksichtigen:

 

  • Nicht alle Arbeiten können gleichzeitig ausgeführt werden - entweder aus Zeitgründen, oder weil sie sich gegenseitig stören.
  • Die Lokomotiven müssen bei Vollbehandlung alle Anlagen durchlaufen.
  • Lokomotiven mit Teilbehandlung benötigen nur einen Teil der Anlagen.

 

Der nachfolgende Arbeitsablauf hat sich als zweckmäßig erwiesen:

 

(zum Vergrößern auf die Grafik klicken) 

 

 

1. Untersuchung auf Betriebssicherheit:

Dieser Vorgang lässt sich weder mit dem Bekohlen (Aufenthalt unter schwebenden Lasten!) und dem Ausschlacken verbinden, da hierbei ein Zugang der Lokunterseite nicht möglich ist. Außerdem lassen sich durch das vorherige Untersuchen auf Betriebssicherheit eventuelle Wartezeiten vor der Bekohlungsanlage sinnvoll überbrücken.

2. Bekohlen:

Das Bekohlen nimmt von allen Restaurierungsarbeiten an der Lokomotive die geringste Zeit in Anspruch. Entstehen Staus durch eine große Anzahl von zu behandelnden Loks, so lassen sich diese in der Reihenfolge Bekohlen -> Ausschlacken leichter auflösen als umgekehrt.

Zudem schont das Vorziehen der Bekohlung den Kessel: Bei Erreichen des Betriebswerkes befindet sich der Kessel noch in angestrengtem Zustand und weist eine hohe Temperatur auf. Beim Ausschlacken müssen jedoch Feuertür und Aschkastenklappen für eine längerer Zeit geöffnet bleiben. Die durch den unvermeidlich eintretenden Temperatursturz entstehenden Materialspannungen werden vermindert, wenn man das Feuer währen der Bekohlung weiter herunterbrennen lässt und sich der Kessel dadurch weiter abkühlen kann.

3. Lösche ziehen:

Das Löscheziehen lässt sich aus räumlichen und zeitlichen Gründen nicht während des Bekohlens vornehmen. Es darf erst recht nicht während des Ausschlackens erfolgen, da hierbei der Bläser angestellt sowie Feuertür, Aschkasten- und Bodenklappen geöffnet sein müssen. Gleichzeitiges Öffnen der Rauchkammertür ist nicht möglich (Gefahr von Materialrissen wegen zu schneller Abkühlung durch Zugluft!)

4. Ausschlacken und Wassernehmen:

Das Ausschlacken, also das Entfernen der Verbrennungsrückstände vom Rost, ist derjenige Arbeitsgang, der die meiste Zeit beansprucht und dessen Dauer schwer zu kalkulieren ist. Aus diesem Grund sind in der Regel bereits in mittleren Betriebswerken mehrere Ausschlackgleise vorhanden. Das Wassernehmen erfolgt zweckmäßigerweise zeitgleich zum Ausschlacken, da diese Arbeiten sich als so ziemlich einzige nicht gegenseitig behindern.

5. Besandung:

Das Aufnehmen von Bremssand ist mit keiner anderen Arbeit vereinbar. Schuld hieran sind die verschiedenen Anordnungen der Sandkästen an den Lokomotiven, die unterschiedlichen Bauarten der Besandungsanlagen und die unregelmäßigen Mengen, die je nach Verbrauch benötigt werden.

6. Sonstige Fristarbeiten:

In diese Kategorie fallen Arbeiten wie das Kesselauswaschen oder das Ausblasen der Rauchrohre. Diese müssen zwar in regelmäßigen Abständen vorgenommen werden, sind aber nicht nach jeder Lokbehandlung fällig.

 

 

 

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